Mein Weg zu Rocking Kitchen

Begonnen hatte alles im Winter 2016. Voller Vorfreude auf das BVB-Spiel schlenderte ich über den Dortmunder Weihnachtsmarkt, da bemerkte ich diesen Auflauf von Menschen. In einer langen Schlange warteten sie vor einem Foodtruck und trotzten der eisigen Kälte. Da muss es wohl etwas Leckeres geben, dachte ich, und reihte mich bei den Frierenden ein. Und das sollte sich mehr als bezahlt machen, denn am Ende bekam ich nicht nur eine vorzügliche Ofenkartoffel, sondern obendrein auch den Kopf voller Ideen. Beim anschließenden Stadionbesuch spielte der BVB für mich dann ausnahmsweise nur die zweite Geige, denn vor meinem inneren Auge begann ein ganz neuer Lebensabschnitt Gestalt anzunehmen.

Kaum zu Hause angekommen, fand ich mich auch schon in der Planungsphase wieder. Dabei stand schnell fest: Ich möchte auf jeden Fall mobil sein, möchte an den unterschiedlichsten Orten vielen Menschen mein Essen servieren können – das Konzept „Foodtruck“ war damit gesetzt. Und mit dem Besuch verschiedener Foodtruck-Festivals, dem Einholen hilfreicher Tipps aus erster Hand und nicht zuletzt dank der fantastischen Unterstützung durch meine bessere Hälfte Tina verabschiedeten sich dann auch die letzten verbliebenen Zweifel – ich war startbereit.

Schale Fritten

Das Essen

Aber der Truck alleine bringt noch nicht die Butter aufs Brot – es muss auch etwas zu essen her! Ofenkartoffeln vielleicht, wie in Dortmund? Aber gehen die auch im Sommer? Eher nein. Was also dann? Natürlich – Pommes! Pommes werden immer und überall gegessen (als BVB-Fan weiß ich das, man kommt ja rum!). Andererseits – die bietet auch fast jeder an. Etwas Besonderes muss also her. Aber was? Genau: extra dicke, knusprige Steakhouse-Fritten! Und dazu verschiedene und außergewöhnliche Toppings!

Das klang gut und die Generalprobe für meine erste eigene Kreation mit selbstgemachter Currysauce kam dann an meiner Geburtstagsfeier – es war ein voller Erfolg!

Der Truck

Das Essen stand also fest, jetzt ging es an die Räder. Aber so einen Truck bekommt man nicht für lau, das war mir klar, und so lag auch das erste Angebot des führenden Foodtruck-Herstellers Roka etwas jenseits meiner Vorstellung. Aber ich war weiterhin guter Dinge und das Glück ist ja bekanntlich mit den Mutigen. Zu mir kam es dann in Gestalt eines freundlichen Mitarbeiters von Roka, der mir einen gebrauchten Foodtruck im Rücklauf anbot – perfekt! Und die Krönung: eine neue Fritteuse, die 100 Kilo Pommes in der Stunde schafft – das reicht selbst für Rock am Ring!

Der Schritt in die Öffentlichkeit

Die Sache kam ins Rollen. Jetzt musste ich der Welt nur noch zeigen, dass ich da bin. Hierzu wandte ich mich an webfacemedia, wo ich mich auch sofort perfekt aufgehoben fühlte. Nach einigen äußerst netten Gesprächen und sorgfältiger Planung von Design und PR war es dann soweit: Rocking Kitchen war endlich geboren. Das einprägsame Logo wurde sofort wiedererkannt, die hochwertige Broschüre gefiel den Veranstaltern und auf der Facebookseite tummelten sich im Handumdrehen die ersten interessierten Besucher.

 

Der Endspurt

Der Endspurt lief dann fast wie von selbst. Der Truck wurde von Roka geliefert wie bestellt und auch die anschließende Folierung durch die Firma Metz war ein Volltreffer.

Endlich war es wieder an der Zeit, sich der eigentlichen Sache zu widmen, dem Essen. Und da war Tina und mir sofort klar: Bei uns kommt nichts auf die Fritten, was uns nicht selbst schmeckt! Und da hätten wir es nicht besser treffen können, als mit dem frühen Kontakt zur Limburger Metzgerei Raab, wo nur qualitativ hochwertiges Fleisch aus der Region über den Tresen geht. Von hier beziehen wir bis heute die fleischlichen Zutaten für unsere leckeren Toppings.

Es geht ans Eingemachte

Im Herbst 2017 sollte es dann endlich soweit sein. Auf dem Pfefferkuchenmarkt in Montabaur wollte ich die Menschen zum ersten Mal offiziell mit meinem Essen verwöhnen. Doch wie so oft kommt es erstens anders, und zweitens als man denkt: Meine neue 100-Kilo-Pommes-Fritteuse versagte urplötzlich ihren Dienst und ich musste kurzfristig alles absagen. Ein herber Rückschlag – und das, bevor es überhaupt richtig losgegangen war.

Aber der Sprung ins kalte Wasser war nur aufgeschoben und auf dem Weihnachtsmarkt in Hochheim öffnete sich dann endlich zum ersten Mal die Klappe des Trucks. Und die Gedanken fuhren Karussell: Wird den Leuten das Essen schmecken? Wird überhaupt jemand kommen? – die Sorgen eines frischgebackenen Foodtruckers eben! Und so gesellte sich dann zu aller Vorfreude auch ein maximal erhöhter Puls und die ersten Pommes gingen mit einigermaßen zittrigen Händen an den ersten echten Kunden. Aber der war begeistert – ein wahrer Befreiungsschlag! Mit einem Mal war die ganze Anspannung wie weggeflogen, waren die Hände wieder ruhig und ich selbst voller Tatenlust. Auch Tina, die wie immer an meiner Seite stand, war die Erleichterung anzusehen. Von da an lief es wie geschmiert und ruckzuck waren wir auch hinter dem Tresen ein eingespieltes Team und mit größter Freude bei der Sache.

Es läuft

Der nächste Event in Koblenz ließ nicht lange auf sich warten und schnell wurde klar: Wir brauchen eine Aushilfe. Wer hätte das gedacht!

Aber Erfolg verpflichtet, und wenn die Klappe schließt, geht es Zuhause weiter. Auch da laufen Fritteuse, Herd und Dunstabzugshaube auf Hochtouren. Immer neue Toppings werden gekocht, probegegessen und, nachdem sie auch den (kritischen) Gaumen meiner ersten Testesserin Tina überzeugen konnten, in unser Angebot mit aufgenommen.

 

Der Truck muss rollen

Mit unserem ständig wachsenden Angebot sollte sich natürlich auch unser Spielfeld vergrößern. Vor allem Firmen und Festival-Veranstalter waren hier unsere ersten Ansprechpartner, um die Grenzen des Limburger Beckens auch in Richtung Westerwald und Taunus zu verlassen. Und so dauerte es nicht lange, da hatten wir feste Standplätze nicht mehr nur in der Domstadt, sondern auch in Koblenz (an dieser Stelle auch noch mal einen herzlichen Dank an Radio Koblenz für die fantastische Berichterstattung) und sogar in Frankfurt. Natürlich trifft man in so großen Städten auch auf Konkurrenz. Aber die belebt nicht nur das Geschäft – man findet in der großen Foodtruckgemeinde auch schnell neue Freunde.

Den größten Spaß machen uns natürlich unsere Kunden; dann vor allem, wenn ihnen unser Essen schmeckt. Wir sind immer wieder aufs Neue davon beeindruckt, wie viele tolle Menschen man durch diese spannende Arbeit kennenlernen darf.

 

Und es geht weiter

Nach diesem insgesamt perfekten Start in vertrauten Gefilden sind wir nun auch mehr als bereit, den sicheren Schoß der Heimat zu verlassen und zu neuen Ufern aufzubrechen.

Und unter unseren für 2019 geplanten Stationen befinden sich ein paar echte Highlights! Beginnen wollen wir das neue Jahr bei dem traditionellen Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen, wo wir unsere bayerischen Freunde mit dem Geschmackserlebnis unserer Fritten verwöhnen werden. Auf viele hungrige Biathlonfans freuen wir uns dann bei unserem nächsten Halt: Ruhpolding. Danach geht’s gen Norden und ein Zwischenstopp ist geradezu Pflicht. Ich sage nur: Kölle Alaaf! Nicht nehmen lassen wollen wir uns auch den Hafengeburtstag in Hamburg, denn an die schöne Hansestadt haben wir schon vor Jahren unser Herz verloren. Den vorläufigen Abschluss unserer Deutschlandtour feiern wir dann auf Sylt – die besten Fritten für die besten Windsurfer.

Und natürlich wartet noch eine weitere Herzensangelegenheit darauf, abgehakt zu werden: einen festen Stand bei meinem Verein, dem BVB – Fritten vom Fan für Fans!

Ihr seht, wir haben uns einiges vorgenommen. Und wenn wir nicht gerade die Nordsee oder das Alpenvorland rocken, sind wir natürlich immer mit Fritten und Freude (und bald auch wieder regelmäßiger) in der Limburger Heimat für Euch da. Und demnächst mit neuen, internationalen Geschmacksideen aus dem Urlaub.

 

Bis dann

Euer Andreas