Mein Weg zu Rocking Kitchen (Teil2)

Es geht ans Eingemachte

Im Herbst 2017 sollte es dann endlich soweit sein. Auf dem Pfefferkuchenmarkt in Westerburg wollte ich die Menschen zum ersten Mal offiziell mit meinem Essen verwöhnen. Doch wie so oft kommt es erstens anders, und zweitens als man denkt: Meine neue 100-Kilo-Pommes-Fritteuse versagte urplötzlich ihren Dienst und ich musste kurzfristig alles absagen. Ein herber Rückschlag – und das, bevor es überhaupt richtig losgegangen war.
Aber der Sprung ins kalte Wasser war nur aufgeschoben und auf dem Weihnachtsmarkt in Hochheim öffnete sich dann endlich zum ersten Mal die Klappe des Trucks. Und die Gedanken fuhren Karussell: Wird den Leuten das Essen schmecken? Wird überhaupt jemand kommen? – die Sorgen eines frischgebackenen Foodtruckers eben! Und so gesellte sich dann zu aller Vorfreude auch ein maximal erhöhter Puls und die ersten Pommes gingen mit einigermaßen zittrigen Händen an den ersten echten Kunden. Aber der war begeistert – ein wahrer Befreiungsschlag! Mit einem Mal war die ganze Anspannung wie weggeflogen, waren die Hände wieder ruhig und ich selbst voller Tatenlust. Auch Tina, die wie immer an meiner Seite stand, war die Erleichterung anzusehen. Von da an lief es wie geschmiert und ruckzuck waren wir auch hinter dem Tresen ein eingespieltes Team und mit größter Freude bei der Sache.

Es läuft

Die nächsten Events in Koblenz und Montabaur ließen nicht lange auf sich warten und schnell wurde klar: Wir brauchen eine Aushilfe. Wer hätte das gedacht!
Aber Erfolg verpflichtet, und wenn die Klappe schließt, geht es Zuhause weiter. Auch da laufen Fritteuse, Herd und Dunstabzugshaube auf Hochtouren. Immer neue Toppings werden gekocht, probegegessen und, nachdem sie auch den kritischen Gaumen meiner ersten Testesserin Tina überzeugen konnten, in unser Angebot mit aufgenommen.

Der Truck muss rollen

Mit unserem ständig wachsenden Angebot sollte sich natürlich auch unser Spielfeld vergrößern. Vor allem Firmen und Festival-Veranstalter waren hier unsere ersten Ansprechpartner, um die Grenzen des Limburger Beckens auch in Richtung Westerwald und Taunus zu verlassen. Und so dauerte es nicht lange, da hatten wir auch feste Standplätze jenseits der Domstadt. Bis heute stehen wir regelmäßig bei Hanko in Koblenz (an dieser Stelle auch noch mal einen herzlichen Dank an Herrn Trübenbach von Hanko und natürlich an Antenne Koblenz für die fantastische Berichterstattung) und haben sogar in der Mainmetropole unser Fleckchen gefunden. Natürlich trifft man in so großen Städten auch auf Konkurrenz. Aber die belebt nicht nur das Geschäft – man findet in der großen Foodtruckgemeinde auch schnell neue Freunde.
Den größten Spaß machen uns natürlich unsere Kunden; dann vor allem, wenn ihnen unser Essen schmeckt. Wir sind immer wieder aufs Neue davon beeindruckt, wie viele tolle Menschen man durch diese spannende Arbeit kennenlernen darf. Nicht neu aber ein toller Mensch und immer tatkräftig zur Seite steht uns seit dem Start Karin Schebesta bei der wir uns hiermit noch einmal besonders herzlich bedanken möchten, Danke Tante Karin.

Und es geht weiter

Nach diesem insgesamt perfekten Start in vertrauten Gefilden sind wir nun auch mehr als bereit, den sicheren Schoß der Heimat zu verlassen und zu neuen Ufern aufzubrechen.
Und da haben wir uns für 2019 ein paar echte Highlights auf die Wunschliste geschrieben. Beworben haben wir uns unter anderem für das traditionelle Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen, wo wir unsere bayerischen Freunde gerne mit dem Geschmackserlebnis unserer Fritten verwöhnen würden. Auch der nächste Wunschstandort wäre ein echter Knaller: der Biathlon-Weltcup in Ruhpolding – und viele hungrige Fans. Danach würde es dann weitergehen gen Norden und ein Zwischenstopp wäre geradezu Pflicht. Ich sage nur: Kölle Alaaf! Nicht nehmen lassen wollen wir uns auch den Hafengeburtstag in Hamburg, denn an die schöne Hansestadt haben wir schon vor Jahren unser Herz verloren. Für den vorläufigen Abschluss unserer Deutschlandwunschtour haben wir uns ein ganz besonderes Ziel gesetzt: einmal mit dem Truck auf die Fähre und rüber nach Sylt – das wär’s! Und dann inmitten von Strandkörben und den weltbesten Windsurfern unsere außergewöhnlichen Fritten servieren. Seeluft macht hungrig!
Noch steht all das in den Sternen – aber wir sind Feuer und Flamme. Drückt uns die Daumen.
Ach, und ehe ich’s vergesse: Noch eine weitere Herzensangelegenheit wartet darauf, abgehakt zu werden: einen festen Stand bei meinem Verein, dem BVB – Fritten vom Fan für Fans!

Ihr seht, wir haben uns einiges vorgenommen. Und wenn wir nicht gerade die Nordsee oder das Alpenvorland rocken, sind wir natürlich immer mit Fritten und Freude und bald auch wieder regelmäßiger in der Limburger Heimat für Euch da. Und demnächst mit neuen, internationalen Geschmacksideen aus dem Urlaub.

Bis dann

Euer Andreas